Wir haben Herz und Seele
Wir haben Herz und Seele

Veve und Daniela

 

Dass Veve mal zu einem Maskottchen wird, einem Sinnbild für einen kleinen geretteten Straßenhund, der heute nicht mehr am Leben wäre, gäbe es nicht die unermüdlichen rumänischen Tierschützer, hätte sie wohl auch nicht gedacht.


Ihr Leben war so gut wie vorbei, als man sie im Alter von etwa sechs Monaten in einer Mülltüte wegwarf wie Abfall, wie Unrat, zum Sterben bestimmt. Vielleicht, weil sie eine kleine Behinderung hat, kein perfekter Hund war? Oder war sie einfach überflüssig, wie so viele Hunde, die einfach ausgesetzt werden in Wäldern oder bei Tierschützern über Zäune geworfen werden?
Sie jedenfalls sollte sterben. Aber das Schicksal wollte es anders, Anca Toma kreuzte ihren Weg, hörte das jämmerliche Fiepen aus einer Tonne und fand die kleine Maus, nahm sie zunächst mit nach Hause, später zog sie dann in ihr Shelter um.


Behinderte, dazu noch kleine Hunde, haben es oft schwer mit Artgenossen, sie werden gemobbt, kommen nicht ausreichend an Futter – Veve hatte eine schwere Zeit. Dann traf sie Helga bei einem Besuch in Rumänien, Veve eroberte ihr Herz. Helga, die bis dahin für keinen Hund einen persönlichen Aufruf gemacht hatte, verliebte sich in die Kleine und damit war sie ein Hund auf Facebook, der ein Zuhause sucht und mit ihr suchte Helga nach einem ruhigen Rentnerpaar, weil die Maus ja behindert war und an Gassigehen keine großen Ansprüche stellen würde.


Tja, dann fand sie mich, die Veve. Dieses niedliche kleine Gesicht, die Angst, dass sie auf Dauer den großen Hunden unterlegen wäre – die Devise war: raus, so schnell wie möglich.
Und so zog sie ein, zu ihren neuen Wohngenossen Mana, einer Labrador-Mix-Hündin aus dem örtlichen Tierheim, und der Lilly, die ebenfalls von Anca Toma gerettet wurde.


Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Maus, die gelernt hatte, erstmal vorsorglich zu grollen, um sich gegen Angriffe zu wehren, stellte sich schnell heraus, dass ein ruhiges Rentnerehepaar diesem Energiequirl gar nicht gewachsen gewesen wäre.

Veve hat keine Ahnung von ihrer Behinderung, sie weiss nur, schnell laufen ist besser als langsam und das macht sie auch. Steht den anderen in Endgeschwindigkeit in Nichts nach, spielt bis zum Umfallen und die einzige, die dieser Energie standhalten kann, ist die Lilly. Die beiden sind ein Herz und eine Seele, gleiche „Gewichtsklasse“, es ist eine Freude, ihnen beim Toben im Garten zuzusehen oder beim Kampf um die geliebten schwarzen Socken oder den Zerrstrick. Oder das Gummihuhn oder den Schleuderball.


Dieser kleine behinderte Hund ist eins der fröhlichsten Hundchen, die ich kenne.

Sie schäumt über vor Liebe, Lebensfreude und Zuneigung. Die ersten eineinhalb Jahres ihres Lebens waren nicht schön, aber sie ist fest entschlossen, alles nachzuholen und das tut sie mit vollem Einsatz.
Und sie, die früher nur getragen wurde, weil das Gassigehen auf hartem Boden einfach nicht geht, läuft jetzt alles selbst in dem großen Garten, der ihre Spielwiese ist.


Nur manchmal, da möchte sie gerne mal wieder getragen werden. Nicht, weil sie nicht selbst laufen kann, sondern einfach weil.... es so schön ist, wenn man ohne besonderen Grund getragen wird.
Veve steht für so viele Hunde, die auf den ersten Blick keine Chance haben. Zu groß, zu schwarz, zu alt, zu behindert – für diese Hunde und alle anderen, die niemand bisher wollte, wollen wir ein Zuhause finden, wie es Veve gefunden hat. Ein Zuhause, wo sie geliebt werden, keine Angst mehr haben müssen und endlich leben dürfen, ohne täglichen Kampf. Dafür kämpfen jetzt wir und auch das täglich.

Veve wird unser symbolisches Maskottchen bleiben!

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© Minya Pahaska