Wir haben Herz und Seele
Wir haben Herz und Seele

 

 

Liebe Tierfreunde,

mein Name ist Lupa, ich kam Anfang Februar 2014 aus einer Tötungsstation in Rumänien nach Deutschland. Ich hatte bis dahin nicht viel Glück im Leben. Ich wurde geschlagen, mit Teer übergossen und sollte angezündet werden.

 

Ich wurde von Deutschland aus über den Verein "Helfe4Pfoten" adoptiert und musste 3 Wochen in eine Quarantänestation. Dort wurde ich geimpft und gechipt. Ich lebte in diesen 3 Wochen mit 5 Welpen in einem kleinen Zwinger mitten in unserem Kot und Urin.


Ich wurde mit einer langen Stange aus diesem Gefängnis befreit und zu einem Tiertransporter gebracht. Der Mann mit der Schlinge zog wie immer zu fest zu und band mir zudem auch noch eine Binde ums Maul, weil ich angeblich sehr bissig sei. 

An diesem Transporter standen 7 Menschen aus Deutschland, Carmen, Tabitha, Wolly, Rene, Alex, Sasha und Minya.

Letztere sprach zu mir, daß ich bald ein schönes Leben bei ihrem Sohn haben werde. Ich habe natürlich nicht verstanden warum ich nun schon wieder in diese Schlinge musste. Erst als die Frau mit ihrer Handykamera den Dogcatcher und mich filmte, lockerte er den Griff und ich atmete laut auf. 

Ich wurde in eine Box "verladen" und sah zu wie man dies auch noch mit weiteren 26 meiner Hundekumpels tat. Ein weiterer Bus mit 25 meiner Freunde war bereits fertig und fuhr vom Gelände des Todesheims.

Wir hatten alle lange nichts gefressen, es waren bitterkalte -17°.

Seltsam, eine andere Frau aus Deutschland, man rief sie Tabitha, steckte eine Hand mit Futter zu mir rein. Ein Mann namens Alex streckte auch seine Hand zu mir rein und streichelte mich.

Was ist denn nun los? Da stehen 7 Leute vor dem Bus und reden leise auf uns ein. Sie füttern uns und legen uns warme Decken unter. Im Bus läuft eine Heizung und wir schlafen fast alle vor Erschöpfung, aber gewärmt und gefüttert, ein.

Alle 4 Stunden schauen Tabitha und Alex nach uns, wechseln unsere Decken, geben uns Wasser und Futter.

Ich habe mir in der Zeit die Freiheit genommen, die Kiste ein wenig anzuknabbern um auszusteigen und lege mich gemütlich vor die Boxen meiner Kumpels. Dort sehe ich viele aus dem Todeslager wieder...aber nicht alle, wo sind die anderen?

Ich sehe auch Stela in einer Box sitzen. Sie kauert in der hintersten Ecke. Sie sagt "ich komme zu der Frau, die eben mit dir gesprochen hat, Du kommst zu ihrem Sohn".

Wir haben fast alle Angst. Was passiert diesmal mit uns?

Beim nächsten Stopp schauten diese Menschen aus Deutschland nicht schlecht, als ich vor der Türe saß und nicht in die für mich vorgesehene Box. Dieser Alex nennt mich ab jetzt Hannibal. Nun muss ich in eine große Metallbox umziehen, sitze nun aber ganz vorne und kann beim Halt immer wieder rausschauen und es wird von Mal zu Mal wärmer. Ich werde immer neugieriger und meine Angst verliert sich bald, weil mir immer jemand die Hand reinstreckt und immer kommt etwas Gutes....Futter.....Streicheleinheiten....leise liebe Worte....

Unterwegs wurden immer wieder Freunde von mir rausgeholt und von anderen Menschen auf den Arm genommen und weggebracht.....Hoffentlich geht es ihnen gut......

Ich kam irgendwann Nachts gegen 2.00 Uhr an. Das Fahrzeug fuhr in eine Große Halle, Tabitha und Alex verabschiedeten sich von mir und ich kam zu meiner neuen Familie.....Familie, sowas hatte ich nie....wie das wohl ist?

Stela kam auch aus iher Box und ich hörte diese "Minya" zu ihrem Sohn und Schwiegertochter sagen "kannst du Stela 2 Tage zu Dir nehmen, ich bin total platt und hole sie Mittwoch bei Euch ab". Die beiden stimmten freudig zu und so fuhr ich mit der hübschen Stela in mein neues Zuhause...... wieder so ein Wort.....Zuhause....wie es da wohl aussieht?

Mittwoch dann rief Minya ihre Schwiegertochter an und kündigte an Stela abzuholen.

"ach, ich weiß nicht, die beiden hängen so aneinander" hörte ich Patti, die Schwiegertochter, sagen ..."Stela ist noch sehr ängstlich und kuschelt sich immer ganz fest an Lupa, die schon aufgetauter und sicherer ist".

So einigte man sich, daß wir zusammen bleiben dürfen und falls es nicht funktionieren würde, könnte sie ja immer noch umziehen und nun ist auch wieder ein Platz bei Minya frei....aber diese Geschichte erzählt ein anderer Kumpel.

So lebe ich nun mit Stela bei Stefan und Patti, die uns nach allen Kräften verwöhnen und uns das Leben zeigen. Wir besuchen zusammen das Pferd der beiden, wir gehen schwimmen, wir haben Schule und müssen einige Dinge lernen.

Familie.....Zuhause.....inzwischen weiß ich was das ist und ich wünschte ich könnte meinen ehemaligen Fellfreunden zeigen was ich meine.

Liebe Grüsse

Lupa (Hannibal bin ich nun nicht mehr) und Stela

 

P.S.:

Ich bin gar nicht bissig....

 

verfasst von Team-Mitglied "Minya"

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© Minya Pahaska